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BLOGMICHI ALBASINI STARTET ZUKUNFT

MICHI ALBASINI STARTET ZUKUNFT

Albasini zugeschnitten

Es kam alles anders als geplant. Aber es kommt letztlich alles gut.

Michi Albasini, 39, fährt am Sonntag sein letztes Rennen als Radprofi. Im sechsköpfigen Schweizer Team wird er an der Strassen-Weltmeisterschaft in Imola ein letztes Mal an den Start gehen. Mit seiner immensen Erfahrung aus 17 Profi-Jahren wird er sich in dieser harten Prüfung über 260 Kilometer, die im Autodromo Enzo e Dino Ferrari und der Region Emiglia Romagna stattfindet, insbesondere in den Dienst der Schweizer Tour-Entdeckung Marc Hirschi stellen. Es geht eine sehr erfolgreiche Karriere zu Ende, die von vielen Highlights gespickt war.

Alex Zülle erinnert sich an Albasinis erstes Profijahr zurück, als sie während eineinhalb Jahren gemeinsam im Phonak-Rennstall unterwegs waren: «Michi hatte schon damals eine extrem gute Nase für Fluchtgruppen. Wer mit ihm unterwegs war, konnte ihn kaum mehr abschütteln. Seine Spezialität waren Sprints in kleineren Gruppen.» Und derart liess sich Albasini an der Tour de Romandie, der Tour de Suisse und der Vuelta mehrfach als Etappensieger feiern. «Michi ist bis heute ein lieber Freund geblieben, mit dem ich ab und zu noch drei- bis vierstündige Trainingsfahrten unternehme.»

Eigentlich hätte «Alba», wie er von seinen Freunden und Konkurrenten liebevoll genannt wird, im Sommer mit der Tour de Suisse abtreten wollen, um anschliessend mit seiner fünfköpfigen Familie einen längeren USA-Roadtrip zu machen. Die Corona-Pandemie machte diesen Plänen einen fetten Strich durch die Rechnung. Michi schmerzte das, doch er machte das Beste daraus. Mit Stefan Küng und täglich wechselnden Kollegen und Freunden fuhr er seine eigene Tour de «Alba» auf der geplanten TdS-Originalstrecke. Und sein australischer Rennstall ermöglichte ihm sodann auch eine Vertragsverlängerung, dank der er nun noch eine rennsportlich tolle Schlussphase erleben durfte. Das hatte Stil!

Michi Albasini, der seinen Lebensmittelpunkt im appenzellischen Gais jetzt noch intensiver geniessen kann, wird dem Schweizer Radsport erhalten bleiben. Heute kommunizierte Swiss Cycling nämlich, dass er ab 2021 neuer Nationalcoach der Schweizer Strassenfahrer wird. «Er kennt das Profi-Business bestens, das ist ein Riesenvorteil für die jungen Rennfahrer, die er betreuen wird», streicht Zülle heraus. «Michi wird sich für diesen Job auch weiterbilden und ihn ganz seriös anpacken.» Michis Vorgänger ist übrigens sein Vater Marcello, den er in Zukunft sicher auch immer um Rat fragen darf.

 

Martin Zinser

 

PS: Michi Albasini, Alex Zülle und Stefan Küng haben nebst ihrer beruflichen Laufbahn übrigens noch eine zweite Gemeinsamkeit – sie sind allesamt Mitglieder oder Kunden bei sportlifeone.

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