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BLOGWAS SPORTLER VON OBAMA LERNEN

WAS SPORTLER VON OBAMA LERNEN
Gestik von Barack Obama

Hast du Barack Obama im Juni 2013 gesehen, wie er vor 60’000 Zuschauern vor dem Brandenburger Tor in Berlin aufgetreten ist? Der frühere US-Präsident vermochte die Menschenmassen, auch fernab von Nordamerika, immer wieder in seinen Bann zu ziehen. Für viele ein Genuss, ihm dabei zuzusehen – zugegeben, auch für mich.

Auch wenn du den Ton ausstellst oder man die englische Sprache nicht so gut versteht – dieser Mann wirkt. Seine Präsenz ist beeindruckend. Er wirkt offen, am Dialog interessiert und den Menschen zugewandt. Wenn er nach knapp zwei Minuten auch noch seine Jacke auszieht, so legt er nicht nur ein Kleidungsstück, sondern auch die Distanz zu seinen Zuhöhern ab.

Barack Obama ist ein Naturtalent, ein Meister der Körpersprache. Als US-Präsident stand er während acht Jahren täglich im Rampenlicht. Er muss wirken. In guten, wie in schlechten Zeiten. Donald Trump, sein Nachfolger auf dem globalen Machtsessel, lässt seinen Körper auf eine andere Art sprechen. Und gleichwohl ist er authentisch. Er hat eine andere Philosophie, differente Lebenswerte, verfolgt eine andere Politik. Das wiederspiegelt sich durchaus in seiner Gestik und Mimik. Aber was können wir von US-Präsidenten lernen? Lasst mich etwas ausholen.

Jeder von uns hat mit Menschen zu tun – privat und beruflich. Wenn du einer Person erstmals begegnest, so entsteht der erste Eindruck. Dafür gibt es bekanntlich nur eine Chance. Dieser erste Eindruck kann sich natürlich verändern, wenn du diesem Menschen später erneut oder gar mehrfach begegnest. Dafür hast du eigene Beobachtungsmuster entwickelt, die unter anderem auf Erziehung und Erfahrung basieren.

Täglich nimmst du wahr, was um dich herum geschieht. Aber auch du wirst wahrgenommen. Wir alle stehen in einer gegenseitigen Beziehung. Nicht nur daheim in der Stube, sondern auch im Bus, am Arbeitsplatz, an einer Bar oder beim Sport. Wir kommunizieren jederzeit, wir senden permanent unsere Kommunikationssignale aus. Meistens ganz unbewusst, manchmal bewusst. Ein Lächeln huscht ganz automatisch auf dein Gesicht, wenn du etwas Positives erfährst und zufrieden bist. Handkehrum kannst du dein Lächeln auch ganz bewusst einsetzen, um deiner Gegenpartei in einer Sitzung eine Botschaft zu senden. Du bleibst cool, lächelst das Problem weg. Deine wahren Gefühlen bleiben unsichtbar.

Hast du gewusst, dass dich dein Gegenüber zu 55% über die Körpersprache, zu 38% über die Stimme und nur gerade zu 7% über die Worte wahrnimmt? Das sagt die Wissenschaft. Wer es schafft, diese drei Bereiche in Einklang zu bringen, der wirkt überzeugend und authentisch. Like Obama.

Kann man das lernen?

Wir alle werden nie eine Wirkung wie Barack Obama erzielen. Aber – du kannst dein Bewusstsein für deine Körpersprache verbessern, wenn du dich aktiv damit auseinandersetzt. Es lohnt sich, mit einem Mediencoach ein besonderes Auge auf deinen Auftritt zu legen. Auch für Sportlerinnen und Sportler.

Wenn ein Eishockeyspieler während des Interviews seinen Kopf und seine Augen permanent abwendet, er seinen dicken Handschuh immer wieder vors Gesicht hält und dann bei einer Zwischenfrage sogar noch auf den Boden spuckt, so wirkt das abstossend. Keiner wird gehört haben, dass er soeben messerscharf analysierte, weshalb sein Team in der Overtime gewonnen hat.

Wenn du die Ehre hast, von einer TV-Station in ihr Sportstudio eingeladen zu werden, wo dir 15 Minuten gewidmet werden, so ist schon das Hereinlaufen und Absitzen wegweisend. Deine gesamte Präsenz, dein erster Eindruck, ist in diesen 30 Sekunden ausschliesslich von deiner Körpersprache geprägt. Nutze deinen Körper also ganz bewusst.

Wer authentisch ist, gewinnt. Du zeigst deine Persönlichkeit, wenn du deine eigenen Gedanken verständlich formulieren kannst. Kannst du im gleissenden Scheinwerferlicht auch deine natürliche Körpersprache zulassen und bist nicht verkrampft, dann bist du bereits kein Anfänger mehr. Im Mediencoaching kann ich dir erste Skills vermitteln, die sich laufend weiterentwickeln lassen.

Wenn deine Sportkarriere beendet ist, so geht das Leben bekanntlich weiter. Dieser Übergang ist nicht so einfach. Es kann durchaus sein, dass man dich als prominenter Ex-Sportler vor Publikum auftreten lassen will, dass du einst eine eigene Firma mit anspruchsvollen Mitarbeitern führst oder du Eishockey-TV-Experte werden möchtest. Während deiner Sportkarriere hast du die Chance, deine Auftrittsfähigkeiten zu entdecken, sie spielerisch aufzubauen und zu etablieren. Du wirst diese peripheren Kompetenzen während des Sportlerlebens in deinem Bewusstsein verankern und sie später wieder reaktivieren können.

So wie du als Leistungssportler deine technischen Trainings intensiv und täglich ausübst, so kannst du also auch an deiner Auftrittskompetenz arbeiten. Der Aufwand ist zeitlich weit geringer und bietet zudem auch etwas Abwechslung für den Kopf. Entwickle dein Bewusstsein und deine Fähigkeiten, wie du auf andere Menschen wirken kannst.

Finde deinen Stil, der zu dir passt. So wie Barack zu Obama passt.

Martin Zinser

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